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07.10.2020

Corona-Krise fördert die Digitalisierung der Arbeitswelt

Wirtschaftseinbruch, Kurzarbeit, Mitarbeiter in der Quarantäne: Die Corona-Epidemie hat wirtschaftlich viele negative Folgen. Doch in Krisen liegen Chancen. Viele Unternehmer und Arbeitnehmer haben erkannt, wie wichtig die Digitalisierung ist. Eine Studie des Münchner Kreises und der Bertelsmann-Stiftung belegt, dass Corona die dringend notwendige digitale Transformation forciert.
Covid-19

Experten-Befragung: Corona führt dauerhaft zu mehr Digitalisierung

Seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie ist Digitalisierung in aller Munde. Deutschland hat bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich einen enormen Nachholbedarf. Das gilt für die öffentliche Infrastruktur und die Verwaltung genauso wie für die private Wirtschaft. Angesichts der Ausbreitung von Corona und der staatlichen Gegenmaßnahmen kommen die Verantwortlichen an dem Thema digitales Arbeiten nicht mehr vorbei. Viele Firmen konnten ihren Betrieb zum Beispiel nur mit Homeoffice aufrechterhalten.

Der Münchner Kreis und die Bertelsmann-Stiftung wollten in Zusammenarbeit mit dem Campus Heilbronn der TU München wissen, wie Experten diese Entwicklung einschätzen. 211 Fachleute aus den Bereichen Digitalisierung, Technologie und Künstliche Intelligenz antworteten. Sie gelangen mehrheitlich zu einem eindeutigen Fazit: Die digitale Transformation durch Corona wird anhalten, auch wenn das Virus eingedämmt ist. Das glauben 92 % der Befragten. Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich nun intensiv mit dieser Herausforderung auseinandergesetzt und die Vorteile schätzen gelernt. Anders sehen es die Studienteilnehmer bei den momentanen Tendenzen zu mehr Nachhaltigkeit im Wirtschaftssystem. Das hält die große Mehrheit für ein vorübergehendes Phänomen.

Diese Entwicklungen der Digitalisierung sagen Fachleute voraus

Die Wissenschaftler wollten es in dieser Studie exakt wissen und fragten, welche konkreten Trends die Experten als langfristig einschätzen. 85 % prognostizieren, dass Videokonferenzen und mobiles Arbeiten zum Standard werden. Immerhin 41 % sagen zudem eine Trendwende im Verhältnis zwischen Büroarbeit und Homeoffice voraus: Ihrer Meinung nach übertrifft die Arbeitszeit zu Hause künftig die Zeit im Büro. Beide Veränderungen bedeuten eine tief greifende Umwälzung der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Firmen müssen die Betriebsorganisation anpassen und in die entsprechende Hard- und Software investieren. Zudem stellen sich diverse rechtliche Fragen zu Aspekten wie Arbeitszeiterfassung und Haftung. Werden Unternehmen diese Herausforderungen der Digitalisierung meistern?

Telekommunikations- und IT-Branche als Gewinner der Corona-Krise

Die Umfrage befasst sich auch mit der Frage, welche Branchen laut Teilnehmern aus der Corona-Krise als Gewinner hervorgehen. Die Ergebnisse überraschen kaum. Es profitieren alle Unternehmen, welche die Digitalisierung mit ihren Produkten und Dienstleistungen ermöglichen und antreiben. 98 % der Experten nennen die Telekommunikations- und IT-Branche. 94 % sehen zusätzlich positive Effekte für den Gesundheitssektor sowie die Chemie- und Pharma-Industrie. Als langfristige Verlierer bezeichnen die meisten Fachleute Branchen wie den Tourismus, die Luftfahrt und die Gastronomie.

IT-Profis mahnen: Firmen sollten auch nach der Krise auf Digitalisierung setzen

Doch wie sieht insgesamt die Zukunft aus? Gibt es in der Gesellschaft und Wirtschaft während der Corona-Krise und danach eine ausreichende Veränderungsbereitschaft, um den Umbruch durch Digitalisierung aktiv zu bewältigen? Bei dieser Fragestellung zeigen sich die Teilnehmer der Umfrage gespalten. Etwa ein Drittel bejaht sie, ein Viertel zeigt sich skeptisch. Prof. Helmut Krcmar als Gründungsdekan des TUM Campus Heilbronn richtet speziell an die Unternehmen einen eindringlichen Appell: Die Umwälzungen während der Ausbreitung von Corona seien nur der Anfang. Die Tendenzen zur Digitalisierung und zum Arbeiten außerhalb von Büros würden auch nach dem Abflachen dieser Krise Bestand haben. Er fordert deshalb entsprechende Weichenstellungen und eine Anpassung der zukünftigen Organisation von Arbeitsprozessen und der Mitarbeiterführung.

Zu den Verantwortlichen dieser Studie über Corona und die Folgen für die Digitalisierung

Diese Umfrage basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen der Bertelsmann-Stiftung und dem Münchner Kreis. Die bekannte Bertelsmann-Stiftung widmet sich vielfältigen gesellschaftlichen Themen, der Münchner Kreis konzentriert sich als unabhängige Plattform auf die Digitalisierung der Wissens- und Informationsgesellschaft. In dieser Organisation engagieren sich Unternehmen aus dem IT-Sektor und aus weiteren Sektoren wie der Automobilbranche. An dieser Corona-Sonderstudie beteiligte sich auch der neue Campus Heilbronn der Technischen Universität München, die ITM Beratungsgesellschaft und das Innovationszentrum für Industrie 4.0 in München.

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